Voller Schadenfreude habe ich am letzten Freitag die Nachricht gelesen, dass der FC Chelsea für sein rüdes Vorgehen auf dem Transfermarkt recht hart bestraft worden ist. Keine Geldstrafe, die mal eben aus der Portokasse vom Russen-Milliardär bezahlt wird, sondern eine Strafe, die richtig weh tut. Der FC Chelsea darf in den Transferperioden im kommenden Winter und im nächsten Sommer keine neuen Spieler aus dem In- und Ausland verpflichten, 900.000€ Geldstrafe kommen zwar hinzu, dürften aber an der Stamford Bridge nicht für die große Empörung gesorgt haben. Jetzt heulen sie rum und wollen vor den Internationalen Sportgerichtshof ziehen.
Englische Clubs bedienen sich hemmungslos im Ausland und kaufen für Unsummen Jugendspieler, weil in England laut FA-Statuten nicht auf Talentjagd gegangen werden darf, nur im Umkreis von 50 Kilometern dürfen junge Spieler gescoutet werden. Deutsche Spieler, französische Spieler, überall werden die Talentschmieden abgegrast. Chelsea hat wohl etwas zu aggressiv gegrast, gegen laufende Verträge verstoßen und Ablöseforderungen in den Wind geschlagen, Lens ließ sich das nicht gefallen und hat Chelsea angezeigt. Die Quittung kommt jetzt, auch wenn die Folgen nicht so drastisch sein dürften, wie Ex-Chelsea-Spieler Arjen Robben prognostiziert: Der redet gleich von Chelseas Niedergang. Lustig wäre es, aber der Kader von Abramowitschs Spielzeug ist ein bisschen zu stark, um gleich zu zerbrechen, weil der Milliardär ein Jahr lang nicht mit Geld um sich schmeißen darf.
Dumm für die Bundesliga: Vor ein paar Jahren haben die Profi-Clubs vereinbart, sich gegenseitig keine Talente abzuwerben. Darüber sollte nochmal nachgedacht werden. Lieber wechseln die Spieler innerhalb Deutschlands, als dass sie dann im Ausland verschwinden. Meine Meinung. Bleibt das Urteil bestehen, wird das hoffentlich auch andere Vereine abschrecken, bestehende Verträge einfach zu missachten, auch wenn das dann meistens über höhere Ablösesummen kompensiert wird. Da nehme ich auch die Bayern nicht aus. Was bei Kloses Transfer ablief, war unmöglich.
Frittenmeister hat sich zu dem Thema auch seine Gedanken gemacht.
algore Antwort vom[8. September 2009, 12:18]:
Das Treffen war außerhalb der Frist, in der verhandelt werden darf, auch Werder war nicht informiert. Das fand ich schon einen ziemlichen Hammer. Letztlich haben die Bayern dann gut gezahlt, aber hätte Werder die Bayern angezeigt, wäre das auch kein Zuckerschlecken geworden.
Das Vorgehen von Chelsea ist natürlich nochmals auf einer anderen Stufe und jenseits jedes sportlichen Gedankens.
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