Sollte es aber unerwartet Ärger geben, weil mit einem Akku punktiert wird, kann ja ein Umputzmann bestellt werden, weil mir die Fassade des Hauses sowieso nicht so gut gefällt.
aus der Main-Post vom 18.05.2013
Dittsche würde sagen, es handelt sich hier um eine reine Fremdwörterproblematik.
Sehr schön war es wieder. Zum 13. Mal schon war Würzburg Austragungsort des iWelt Marathons, wie in den letzten Jahren schon durfte ich als Fahrrad-Begleiter mitfahren. Auch in diesem Jahr habe ich den erstplatzierten Mann begleitet, Mulu Deresa hat sich schon ganz früh an die afrikanischen Halbmarathon-Läufer drangehängt und ist in der ersten Runde ein sehr hohes Tempo gelaufen. Nach einer Stunde, vier Minuten und ein paar Sekunden hatte er die Hälfte der Distanz geschafft, dieses Tempo konnte er allerdings nicht durchhalten. Völlig erschöpft ist er nach knapp 2 1/2 Stunden im Ziel angekommen.
Ralf hat sich das Laufspektakel wie in den letzten Jahren von außen (mit Bildern) angeschaut, ich habe ihn nur nicht entdeckt. Ich habe auch meine GoPro am Fahrradlenker montiert und wollte ein Zeitraffervideo vom kompletten Rennen machen, der Akku hat aber nur 1.36h gehalten. Mal schauen, was sich aus dem Filmmaterial machen lässt, eine komplette Runde habe ich ja aufgezeichnet.
Eine sehr schöne Veranstaltung mit neuer Streckenführung. Allerdings fand ich es sehr schade, dass wir nicht mehr über die Alte Mainbrücke fahren/ laufen, das ist schon ein toller Anblick, auf den Dom zuzufahren.
Und ich habe es erst Tage später mitbekommen, weil ich in Dresden unterwegs war… Am 03.05. um 23.13 Uhr war heimlich, still und leise der 500.000. Besucher auf meiner Seite, vorausgesetzt, der Zähler von blogcounter.de hat seit 2006 zuverlässig gearbeitet. Seit dem 22.06.2006 läuft dieser Blog unter WordPress, seitdem ist das Plugin aktiv. Mit sinkender Blogfrequenz und steigender Facebook-Beliebtheit ist zwar die tägliche Zugriffsrate gesunken, der Blogpakt mit Ralf gilt aber auch weiterhin.
Danke an alle, die hier regelmäßig lesen. Am 01.07. wird mein Blog dann immerhin schon acht Jahre alt.
Ein Prechtmittel ist ein rezeptfrei erhältliches, homöopathisches, aber dennoch sehr starkes Hypnotikum und dient eigentlich dem Zweck, sehr schnell einschlafen zu können. Das ZDF hat zu diesem Zweck das schwächer dosierte “Das philosophische Quartett” vor einem Fernseher mit Kaminfeuer eingestampft und Richard David Precht mit der scheinbar hipperen Sendung “Precht” auf den nächtlichen Sendeplatz gehievt. Ohne Lagerfeuer. Dort darf er in der Regel gebührenfinanziert ungestört und unwidersprochen rumpalavern vor sich hin philosophieren, es hört ihm in der Regel sowieso nur sein Gast zu.
Problematisch wird es allerdings, wenn Herr Precht vor Mitternacht in einer der unzähligen Talkshows auftaucht, um dort als vermeintlicher Experte seine gedanklichen Ergüsse auszubreiten. So war er am Sonntagabend bei Günther Jauch zu Gast, um zum derzeit so beliebten Thema “Notendruck, Sitzenbleiben – weg mit der alten Schule?” Werbung für sein kürzlich erschienenen Buch zu machen, in dem er – wie es der Zufall so will – sich seine eigene Traumschule zusammenspinnt. In “Anna, die Schule und der liebe Gott” rechnet er mit “dem Verrat des Bildungssystems an unseren Kindern” (so der Untertitel des Buches) ab. Die Marschrichtung war mit dem Thema vorgegeben, und so durfte Precht munter seine Traumwandlereien zum Besten geben, wobei mehr und mehr deutlich wurde, dass Precht wahrscheinlich manchem Hirn- und Verhaltensforscher länger zugehört hat, dass er aber sehr wahrscheinlich seit seiner eigenen Schulzeit keine Schule mehr von innen gesehen hat und dort – an der Schule wohlgemerkt – niemals irgendwas gemacht hat, das an eine Art von Lehrtätigkeit erinnert. Die Uni zählt nicht. Würde er den Schulalltag kennen, er hätte sich seine Träumereien sparen können, da nicht nur Ursula Sarrazin manche Vorstellung Prechts zwar ganz nett fand, aber gleichzeitig die völlige Realitätsferne monierte. Immerzu verteufelte Precht die Schulen, die nur für Frust sorgten, weil Noten schließlich so grausam seien. Dass fleißige Schüler durchaus Erfolge haben und diese auch mit gutem Recht genießen, ist bei unserem Lehrer Doktor Precht nicht angekommen. Wie sollte er auch an solche Informationen kommen, er kennt ja offenbar nur vom Sitzenbleiben traumatisierte Schulversager. Er will andere Lehrer, andere Schulen, er will nicht nur eine Reform, sondern eine Revolution im Bildungssystem. Lehrer sollen Schüler nicht mehr mit irgendeinem Wissen langweilen und überfrachten, weil sie dadurch deren Entwicklung hemmen, sie sollen deren “Kreativität” fördern und in “Projekten” beobachten, um dann gemeinsam (!) Gutachten zu erstellen, die Fähigkeiten wie z.B. “Leistungsbereitschaft” würdigen, die Precht auch nicht weiter ausführte. Im jetztigen Schulsystem ist auf jeden Fall der Lehrer schuld, wenn das Kind schlechte Noten bekommt. Überhaupt scheinen alle Lehrer Dödel zu sein, die erst brav Lehramt studieren, dann aber merken, dass das nichts für sie ist, aber trotzdem weiter als Lehrer arbeiten. Der Einzelfall wird zur Regel. Danke auch dafür.
Precht erwartet von den Lehrern Kunststücke, die Menschen mit einem 24-Stunden-Tag nicht bewältigen können, es sei denn Lehrer verzichten in Zukunft nicht nur auf jede Form von Entspannung, sondern leben auch zolibatär und ausschließlich nur noch für die Schule, um Torben-Sebastian, Loius-Raphael, Henriette-Charlotte und Fabienne-Bernadette in ihren Talenten zu fördern und für die Universität fit zu machen, wo sie dann natürlich ohne Probleme auch Philosophie studieren können, wie das Herr Precht einst getan hat. Lehrer sollten, wenn man Precht folgt, in Zukunft am besten Maschinen sein, die man auf die “skills” ihrer Schüler perfekt abstimmt, die dann aber auch noch zaubern können, falls es mit den Traumtänzereien nicht wie erhofft und ersponnen klappt. So wie Precht vom Lehrer der Zukunft geredet hat, glaubt er wohl auch daran, dass David Copperfield wirklich zaubern kann, wenn für ihn alles so einfach klingt. An die Bezahlbarkeit seiner teilweise absurden Ideen hat er schon gar nicht gedacht, allein die Schilderung seiner Bildungsutopien rückt eine Realisierung dieser Ideen in weite Ferne.
Natürlich wurde auch fernsehgerecht eine reformpädagogische Schule in Szene gesetzt, in der Lehrer und Schüler den individuellen Lernfortschritt preisen, in der natürlich auch alles ganz großartig und viel besser ist. Wie das abläuft, wenn das Fernsehen an eine Schule kommt, kann sich jeder selbst ausdenken.
Auf jeden Fall ist nichts mehr zeitgemäß, all unser Wissen stamme aus längst vergangenen Zeiten, der Stoff, die Lehrmethoden, die Lehrer, einfach alles müsse auf den Kopf gestellt werden. Bei dem Käse, den Precht über eine Stunde lang über Schulsysteme verzapfen durfte, sind bei mir irgendwann Zweifel aufgekommen, ob Precht überhaupt irgendein Schulsystem genauer kennt. Für alle Bildungsreformsüchtigen – ein schönes Wort, das ich hier aufgeschnappt habe – war er sicherlich an diesem Abend der Held. Mich hat er genervt und geärgert. Wie wahrscheinlich jeden Lehrer.
Wollen wir mal hoffen, dass die Sitzenbleiben-Sau bald wieder aus dem Dorf raus ist, durch das sie derzeit getrieben wird. Über das Thema an sich habe ich mich ja erst kürzlich hier ausgelassen.
Nachdem ich noch am Freitag unschlüssig war, ob ich wirklich zum Bürgerentscheid über die Blockrandbebauung am Platz’schen Garten gehen soll, bin ich am Sonntag doch ins Wahllokal in der Oberthür-Schule. Ich hatte mich bezüglich des Quorums geirrt, die Bürgerinitiative benötigte von 10% der wahlberechtigten Würzburger eine JA-Stimme, meine Zweifel, ich könnte mit meiner NEIN-Stimme zum Quorum beitragen, waren also unberechtigt und schlicht falsch.
Dass der Bürgerentscheid am Quorum gescheitert ist, finde ich prima. Die Tatsache, dass von den 102.379 Wahlberechtigten nur lediglich 15,74% (16.092) abgestimmt haben, dass von diesen aber 6608 Wähler ins Wahllokal gegangen sind, um wie ich mit NEIN zu stimmen, ist ein gutes Zeichen, auch für zukünftige Bauvorhaben, bei denen sich ein paar aufgebrachte Anlieger berufen fühlen, aus ihrem Gram über die verbaute Sicht ein Allgemeinanliegen zu konstruieren, um mit fadenscheinigen Argumenten auf Stimmenfang zu gehen. Ich bin richtig schadenfroh, dass es am Ende “nur” 789 Stimmen waren, die unseren Würzburger Wutbürgerchen gefehlt haben, um mit ihrer IG Paradiesgarten Erfolg zu haben. Ich bin aber auch froh über dieses Ergebnis, dass vielleicht zukünftige Nachbarschafts-Bürgerentscheid-Initiatoren länger darüber nachdenken, ihre Zeit, ihre Nerven und ihr Geld zu investieren, damit am Ende der Steuerzahler nicht für die gut 100.000€ aufkommen muss, die der Spaß die Stadt Würzburg gekostet hat. Für dieses Geld hätten Sinnvolleres anschaffen können. Erstaunlich finde ich, das nur am Rande, dass die Wahlbeteiligung und die Zustimmung im Steinbachtal nach dem Frauenland am höchsten war (21,59% Wahlbeteiligung, 13,33% der Wahlberechtigten dafür). Böse gefragt: Wohnen hier etwa die meisten Hauseigentümer, die Angst um den Wert ihrer Immobilien in der Gegend haben?
Ein so sinnvolles demokratisches Instrument darf einfach nicht für solch überflüssige Anlässe missbraucht werden. Auch wenn Herr Jungbauer in seinem super Leitartikel schreibt, Demokratie gebe es nicht zum Nulltarif, daher sei das Geld nicht zum Fenster rausgeworfen worden, auf diese Weise darf Steuergeld nicht vergeudet werden, wenn es wie hier um eine Angelegenheit geht, die über den betroffenen Straßenzug hinaus nur noch sehr wenig Relevanz hat. Nur weil sich ein paar Anwohner gegen ein Bauvorhaben auflehnen, muss daraus kein Bürgerentscheid werden, auch wenn mit den fadenscheinigen Argumenten erstaunlich viele Unterschriften gesammelt wurden. Ich möchte nicht wissen, was den Leuten so erzählt wurde, damit die unterschreiben.
Ich bin eigentlich ein überzeugter Wähler und gehe immer zur Wahl, weil ich der festen Überzeugung bin, dass ich nur dann das Recht habe, mich zu beschweren, wenn ich daran teilgenommen habe und somit meine demokratische Pflicht wahrgenommen habe. Auch an den Bürgerentscheiden in Würzburg habe ich stets teilgenommen, weil das wichtige Fragen der Stadtentwicklung waren. Vor einigen Wochen aber lag die rosa Abstimmungsberechtigung zum Bürgerentscheid “Kein ‘Wohngebiet Platz’scher Garten” im Briefkasten, seitdem ringe ich mit mir, ob ich überhaupt hingehe. Dass ich das Anliegen des Bürgerentscheids ablehne, steht außer Frage, wie überflüssig ich den Bürgerentscheid und wie lächerlich ich die Argumente der Bürgerinitiative finde, habe ich bereits im Februar ausführlich gebloggt.
Die Bürgerinitiative hat nun kurz vor Ostern die ganze Stadt mit ihren Plakaten zugepflastert, die “Argumente” darauf, warum man am kommenden Sonntag mit Ja stimmen sollte, setzen aber manchem Stuss auf deren Internetauftritt noch die Krone auf:
Das kleine Gartenareal als “Grüne Lunge” in der dicht bebauten Innenstadt zu bezeichnen, ist schon beinahe Volksverdummung. Keine 200 Meter Luftlinie entfernt ist der Ringpark. Durch eine Randbebauung verändert sich sicher auch kein Klima und die Talkessellage Würzburgs wird sich auch dann nicht ändern, wenn zwischen Benediktstraße und Rottendorfer Straße wieder ein Urwald gewachsen ist. Auch an der Artenvielfalt von Pflanzen und Tieren wird eine neue Wohnanlage wenig ändern und der Sauerstoff, den die paar Bäume im Benediktpark produzieren ist für unsere und zukünftige Generationen sicher nicht messbar, weil der Sauerstoff aus dem Ringpark ständig rüberschwappt.
Aber schön, dass auf dem Plakat auch steht, dass die Lebensqualität vieler Bürger Vorrang vor den wirtschaftlichen Interessen Weniger haben soll. In meinen Augen ist es nämlich eher so, dass die Lebensqualität Weniger Vorrang vor den wirtschaftlichen Interessen anderer hat. Wie ich im Februar schon geschrieben habe, scheint es mir so, als ob es hier vor allem unmittelbaren Anwohnern darum geht, vor der eigenen Nase eben kein neues Gebäude entstehen zu lassen, weil der Blick auf ein unbebautes Fleckchen Erde verständlicherweise schöner ist als die Wand eines Neubaus. In meinen Augen ist es allerdings eine Sauerei, aus diesem Nicht-Rechtsanspruch auf freie Sicht eine Angelegenheit zu machen, die scheinbar das Allgemeinwohl einer ganzen Stadt bzw. eines Stadtteils zu machen und hier mit Pseudo-Nachhaltigkeitsargumenten zu hantieren. Als ob der Nachhaltigkeitsgedanke heutzutage nicht schon genug strapaziert würde. Dass es um Privatgrund geht, der nie öffentlicher Park war und nie öffentlicher Park werden wird, wie einem immer wieder weisgemacht wird, sei mal dahingestellt. Träumen darf man ja, das ist gerade auf Wahlplakaten nicht unüblich. Aber wie Fakten zugunsten der Bürgerinitiative verdreht ”berichtigt” werden, sieht man in den Kommentaren dieses Mainpost-Artikel recht schön.
Ich bin mir wirklich nicht sicher, ob ich am Sonntag nun wirklich zur Abstimmung gehen soll oder das ganze Affentheater einfach boykottiere, um auf diese Weise dazu beizutragen, dass das notwendige Quorum nicht erreicht wird. Mir persönlich käme es nämlich als deutlicheres Signal vor, wenn es einfach zu viele nicht interessiert und die paar Befürworter mit ihren Ja-Stimmen alleine dastehen und am Ende eben gebaut wird. Es kann nicht sein, dass ein gutes demokratisches Instrument wie der Bürgerentscheid immer wieder für solche Privatintertessen instrumentalisiert und somit missbraucht wird. Genau das passiert nämlich meiner Meinung nach. Und wenn das Desinteresse am Privatinteresse mehr als deutlich wird, stimmen wir vielleicht nicht übermorgen darüber, dass Lieschen Müllers Nachbarin auf der Frankenwarte überübermorgen einen zweistöckigen Geräteschuppen auf ihrem Garagengrundstück baut, weil der früher mal naturbelassen war und vom Aussterben bedrohte Regenwürmer in ihrer Existenz bedroht werden, weil die beim Bau zerstörten Büsche nicht mehr den nötigen Sauerstoff liefern.
Einen großartigen Blogbeitrag zum Thema hat Julia im lp 10 verfasst. Ergebnisse der Auszählung kann man ab Sonntagabend, 18.00 Uhr, hier einsehen.
Die Würzburger Hofbräu hat ein neues Bier auf den Markt gebracht, generell ist das ja lobenswert, auch wenn die Nummer mit den nostalgisch angehauchten Etiketten schon sehr an das Distel Spezial von Distelhäuser erinnert. Auch das Spielchen mit dem Sternla Bräu mit Sitz in der Höchberger Straße 28 ist noch ganz nett. Ich habe das gestern auch sofort kaufen müssen, um es zu probieren, auch wenn mir sofort im Laden der Name völlig bescheuert vorgekommen ist.
Muss man es so deutlich machen, dass die Hofbräu seit 2005 mehrheitlich der Kulmbacher Brauerei AG gehört? Sternla sagt in Würzburg fei echt kee Sau, die Endung -la ist so unterfränkisch wie die Schrippen bei der Shell-Tankstelle in der Veitshöchheimer Straße Drei im Weckla. Sternle müssd des hess, im Plural dann Sternli. Ist das bei der Hofbräu niemandem aufgefallen, oder sind da nur Neigschmeggde unterwegs, die jetzt den Stern im Handstreich oberfrankisiert haben. Also echt, ey. Ihr Dollhörner! Brunsverreck! Schmeggn duds fei aber scho, des muss ma ihne låss, aber der Name ist dodåål beknaggd.
Es hat sich kein Gast gefunden, also haben Ralf und ich die Gunst der Stunde genutzt und die Würzmischung #88 (mit aktuelleren Bildern) aufgenommen, die aber nur die #87 ist, weil der Podcast von der Schlachtschüssel vor drei Wochen den widrigen Umständen zum Opfer gefallen ist. Wenigstens ein Bild konnten wir retten. Frohe Ostern!
Was Lutz’s sich bei seinem komischen Firmennamen gedacht hat, was die Würzburger Frischluftzufuhr mit Würzburger Bürgerentscheiden und den Schuhen des neuen Papstes zu tun hat und warum es Ralf nicht nur warm ums Herz wurde, all das haben wir in einer sehr ernsthaften Dreiviertelstunde versucht zu besprechen. Ich glaube, ich muss die thematischen Zusammenhänge dieses Podcasts demnächst mal grafisch auswerten, schließlich geht das Blogprojekt ja weiter, wir haben schließlich nur das erste Quartal 2013 abgerechnet.
Zudem sind jetzt ALLE Folgen unseres Podcast-Marathons online, Ralf hat die ersten fünf Folgen nachbearbeitet, da wir bei diesen technische Probleme hatten.
Mein Auto hat ein Software-Update bekommen. Da mein Autohaus in Schweinfurt ist, ich aber keine Lust gehabt habe, mit dem Leihauto in die Innenstadt zu gurken, habe ich die Wartezeit eben beim Mediamarkt totgeschlagen und das ganze Sortiment gefühlt zweimal angeschaut. Dass mir da auch dieses Prachtexemplar eines Deppenapostrophs begegnet ist, war großartig.
Dass es in der gleichen Abteilung auch CD`s, Bluray`s und DVD`s gab, habe ich nicht mehr fotografiert, die Frau vom Mediamarkt hat mich beim obigen Foto schon argwöhnisch angeschaut, dass ich dann tatsächlich richtig Hemmungen hatte, die anderen Schilder auch noch abzulichten. Andersrum hätte ich ihr bei einer eventuellen Schimpfe auch sagen können, dass a) der Apostroph falsch ist und b) der Apostroph ein Akzent ist, der dort noch weniger verloren hat.
Zudem waren die Blurays im Wühlkorb immer ein paar Euros billiger als die exakt gleichen im Regal, ich hätte aus Langeweile alle aussortieren können, es wäre ein beträchtlicher Stapel dabei herausgekommen. Es war langweilig, aber nur eine knappe Dreiviertelstunde. Dann sind mir andere Kunden aufgefallen, die sich immer wieder so gestritten haben, dass ich da einfach zuhören musste.
Angefangen hat es mit dem jungen Pärchen, das offenbar eine gemeinsame Haushaltskasse führt. Er stand nämlich vor den PC-Spielen und hat versucht, seine Freundin davon zu überzeugen, dass er jetzt dieses Spiel unbedingt haben möchte, weil das in seiner Zeitung so tolle Kritiken bekommen hat. Seine Freundin war dafür aber weit weniger empfänglich, weil sie in einem schrillen, gilfigen Ton gebetsmühlenartig wiederholt hat, dass sie sich das diesen Monat nicht leisten könnten. Trotzdem hat er regelrecht angefangen zu quengeln, was den schrillen Ton noch etwas höher, aber auch giftiger hat werden lassen. Ihre Mittagspause haben die beiden dort nicht verbracht, eine halbe Stunde später haben sie vor den großen Fernsehern gestanden und immer noch irgendwas diskutiert.
Viel lustiger war der Vater mit seiner vielleicht zehnjährigen Tochter, die offenbar unbedingt in diesem Alter ein Smartphone brauchte. Nicht irgendeines, nein, es musste selbstverständlich ein iPhone 5 sein, das selbstverständlich auch der Vater bezahlt. Der Verkäufer hat irgendetwas gesagt, ist dann aber auch verschwunden, jedenfalls hat die Tochter sofort die Hände in die Hüften gestemmt, den Oberkörper leicht nach hinten gelehnt und ihren Vater angegiftet, dass das (ich weiß nicht, was?) überhaupt nicht infrage komme, was der überhaupt will und wieso der Vater drauf und dran ist, “dem da” Recht zu geben. Dabei hat sie auch noch tussig die Augenlider flackern lassen und ihre schulterlangen Haare einmal trotzig von rechts nach links geworfen. Ich konnte einfach nicht weitergehen und habe mir Batterien und Glühlampen angeschaut, die Diskussion war einfach zu toll. Ich habe schnell gemerkt, dass die junge Dame natürlich ein iPhone 5 haben muss, dass es kein iPhone 4S sein darf (das scheint der Verkäufer vorgeschlagen zu haben, wie ich vermute) und dass sie das unbedingt braucht und dass sie das unbedingt haben muss und dass es auf gar keinen Fall ein Smartphone eines anderen Herstellers sein darf und dass sie das haben muss und haben will und überhaupt. Kurz hat mir der Vater echt leid getan, dann habe ich mich aber mit jeder sich wiederholenden Pseudo-Argumentationskette der Tochter gefragt, wieso der Vater nicht einfach die Debatte abgebrochen hat, sondern immer wieder auf das dusslige Gehabe seiner Tochter eingegangen ist. 20 Minuten haben die bestimmt auf die Rückkehr des Mitarbeiters gewartet, ich habe mir mal das Sortiment an Digitalkameras* angeschaut, aber aus der Ferne gesehen, dass sich an Gestik und Mimik der Tochter wenig geändert hat und sie weiterhin versucht, ihren Vater von der Bedeutung eines solchen Telefons zu überzeugen. Der Vater ist aber tatsächlich die ganze Zeit ruhig geblieben und war offenbar wirklich gewillt, seiner Tochter ein Apple-Gerät zu kaufen. Es ging offenbar um seinen Vertrag, dass er ein iPhone 5 kauft, das er dann seiner Tochter überlässt, um selbst mit einem alten zu telefonieren. Er selbst könnte bei einem günstigeren Gerät einen für ihn günstigeren Tarif bekommen, das interessierte aber die Tochter nicht. Mich hat das dann irgendwann selbst genervt, dass ich gegangen bin und mir noch Handmixer und Küchenmaschinen angeschaut habe, ehe ich den Mediamarkt nach zu langem Zeittotschlagen verlassen habe, um im Leihwagen das Logo-Quiz weiter zu lösen.
* In der Fotoabteilung hat mir die alte Frau gefallen, der der Verkäufer mehrmals erklären musste, dass das Kabel und der Magnetschuh nicht zur Kamera gehören, sondern nur zur Diebstahlsicherung am Ausstellungsstück angebracht sind.
Ich bin kein Fan von Frei.Wild aus Südtirol, ich kannte die bis letztes Jahr nur von T-Shirts einiger Schüler und alten Konzertplakaten in Südtirol, was ich auf Youtube gesehen habe, hat mir vom Stil nicht gefallen, weil ich schnelles Gschrubb nicht sonderlich mag. Allerdings fand ich es unlängst merkwürdig, wie die Band erst für den Echo nominiert wurde, dann aber hektisch von der Nominiertenliste gestrichen und ausgeladen wurde, weil zwei andere, völlig unbekannte Bands gedroht hatten, der Veranstaltung fernzubleiben, da Frei.Wild rechtsextrem seien. Es reichte in der Berichterstattung stets ein Verweis auf das Lied “Südtirol”, um daran festzumachen, dass Frei.Wild nationalistische und rechte Tendenzen zeige. Zeige. Jetzt war “Südtirol” lange das einzige Lied, das ich von denen gekannt habe, weil ich sehr gerne in Südtirol bin und mir das beim Surfen natürlich schnell aufgefallen ist. Ausgerechnet in dem Lied aber rechtes Gedankengut zu erkennen, ist schon mit viel Ignoranz verbunden. Da aber der Sänger der Band eine Neonazi-Vergangenheit hat, muss an dem Vorwurf etwas dran sein. Er steht dazu und sieht das als großen Fehler, es reicht aber vielen, ihm das einfach nicht abzunehmen, fertig ist die Nazi-Band, mit der keiner etwas zu tun haben will. Ich fand das Einknicken der Echo-Veranstalter etwas merkwürdig, schließlich ist vor einer Nominierung bekannt, welche Musik eine Band spielt, vorher dürfte das also keinem obsolet vorgekommen sein. Mich interessiert der Echo nur so viel wie Curling bei olympischen Winterspielen, deshalb habe ich mir meinen Teil gedacht, da die Argumentation doch sehr oberflächlich blieb und von anderen (Medien) wenig hinterfragt einfach der Vorwurf aufgeschnappt worden, die Band sei rechts.
Vorgestern habe ich nun in der Mainpost gelesen, dass Simone Tolle, unterfränkische Landtagsabgeordnete der Grünen, einen offenen Brief an das Ehepaar Strohofer geschrieben hat, die am Autohof in Geiselwind die Eventarena betreiben und Konzerte veranstalten. In diesem Brief bläst sie ins gleiche Horn wie die aufrechten Mitbewerber beim Echo, sie fordert darin aber die Strohofers auch auf, die Konzerte Ende April zu überdenken (Heißt das etwas anderes, als diese abzusagen?), weil die völkisch-nationalen Texte der Band rechtsextreme Kreise ansprächen. Die Band hetze gegen Andersdenkende, diese Aussage sieht sie ausgerechnet in dem Lied “Südtirol” bestätigt und zitiert zu diesem Zweck folgenden Vers:
Südtirol, du bist noch nicht verlorn, in der Hölle sollen deine Feinde schmorn.
Aus dem Zusammenhang gerissen wird noch ein weiterer Vers zitiert, ein Extremismusforscher will in diesen Zeilen eine „harte Absage an eine offene, heterogene, moderne Gesellschaft“ erkannt haben, zum Beweis wird dann noch Lied aus der rechtsradikalen Vergangenheit zitiert, um die öffentliche Abkehr der Band und seines Sänger endgültig als unglaubwürdig und rechts abzustempeln.
Ganz toll, Frau Tolle. Wenn Sie sich schon nicht die Mühe machen, selbst über die Band, dieses Lied und seinen Hintergrund nachzudenken, dann stricken Sie daraus nicht auch noch absurde Vorwürfe, die Sie im Zweifel ebenfalls nur aufgeschnappt haben. Auf der Seite der Landtagsfraktion werden Sie als “bekennende Unterfränkin” bezeichnet und sind offenbar in irgendeiner Weise ebenfalls stolz auf ihre Heimat. Das sind Südtiroler in ganz besonderer Weise, die angesprochenen Feinde sind in solchen Liedern die Faschisten, die nach 1922 alles unternommen haben, um das deutschsprachige Südtirol italienisch zu machen. Die Nachwirkungen dieser Italianisierung durch Ettore Tolomei sind bis heute überall zu sehen und zu spüren. Damals wurden Ortsnamen ins Italienische übersetzt, Tiroler Familiennamen durften nicht mehr geführt werden, Kinder mussten im Kindergarten Italienisch sprechen, selbst deutsche Inschriften auf Grabsteinen wurden verboten, damit das bis 1919 zu Tirol gehörende Südtirol italienisch wird. Fahren Sie mal nach Südtirol, die wenigsten Menschen fühlen sich als Italiener, sie lieben ihr Südtirol und haben sich so über Generationen hinweg ihre besondere Identität bewahrt, die eben auch Frei.Wild in dem von Ihnen zitierten Lied besingt. Dass das rücksichtslose Vorgehen der Faschisten Mussolinis tiefe Spuren bei der deutschsprachigen Bevölkerung Südtirols hinterlassen hat, kann man den Menschen dort nicht verdenken. Oder doch?
Und wenn dann noch ein NPD-Funktionär zitiert wird, um die eigene Argumentation zu stützen, zeigt das endgültig, dass Sie zwar brav alles nachgeplappert haben, sich aber offenbar nicht einmal die Mühe gemacht haben, auf die offizielle Webseite der Band zu schauen. Dort wehrt sich die Band nicht nur vehement gegen den dreisten Versuch der NPD, die Echo-Absage für die eigene Propaganda auszuschlachten, Fans der Band haben auch lautstark gegen diese Vereinnahmung durch die Rechten und die Verunglimpfung als rechte Band demonstriert, da sie selbst ja auch in dieses Milieu geschoben wurden.
Der Sänger steht ganz offen zu seiner rechten Vergangenheit, er bereut sie und die angesprochenen Extremisten sind auf Konzerten unerwünscht oder werden gar nicht erst reingelassen. Wenn Sie sich nur ein bisschen Mühe gemacht hätten, selbst etwas über die Band in Erfahrung zu bringen, ehe Sie die Strohofers mahnend fragen, ob sie sich über die Hintergründe im Klaren seien, wären Sie vielleicht auch auf diese Seite gestoßen, in der sich die Band ebenfalls sehr deutlich von extremistischem Gedankengut distanziert. Ihr Parteifreund Joschka Fischer hat als junger Mann Steine auf Polizisten geworfen, war er deswegen als Außenminister immer noch ein Radikaler? Ich glaube nicht. Ihm hat man verziehen.
Was sich rot-grüne Bildungspolitiker immer wieder einfallen lassen, um in ihrem Sinne die Bildung unserer Kinder zu beeinflussen und zu “verbessern”, wird die Kinder, die vermeintlich gefördert werden sollen, landauf landab früher oder später jede Chance kosten, mit anderen noch mitzuhalten, nachdem ja internationale Vergleiche nach irgendwelchen Standards der letzte Schrei sind. Seit der unsäglichen PISA-Studie wird deutschlandweit nur zu gerne an den Bildungssystemen herumgepfuscht und gerade die Länder, in denen die sprichwörtliche Kacke in Sachen Bildungs sowieso schon am Dampfen ist, meinen, immer noch einen auf draufzusetzen. Auf den Haufen. Sprichwörtlich. In Niedersachsen wollen die rot-grünen Bildungsideologen jetzt das Durchfallen abschaffen, um Kindern wieder eine Hürde auf dem Weg zum Erwachsenwerden aus dem Weg zu schaffen. Von einer Studie fühlen sie sich bestätigt, in Hamburg wird das schon praktiziert und Hamburger Schüler sind ja für ihre tollen Leistungen bekannt. Und in Finnland sei das auch so. Finnland muss ja immer wieder herhalten, wenn bei uns etwas verbessert werden soll. Da wäre es doch toll, wenn bei uns auch die Voraussetzungen so wären wie in Finnland und nicht Äpfel mit Birnen verglichen würden.
Wozu sollen sich Kinder noch anstrengen, nach was sollen sie noch streben, welches Ziel vor Augen haben? Misserfolge haben keine Konsequenzen außer einem Pflicht-Nachhilfeunterricht in den Ferien? Warum sollen sich Lehrer noch hinsetzen und gewissenhaft Arbeiten korrigieren, wenn das Ergebnis einer Arbeit am Ende sowieso keine große Rolle spielt? Da scheint es dann zu reichen, dass sich der Lehrer irgendeine x-beliebige Note ausdenkt, am besten eine, die keine Beschwerden nach sich zieht, und alle sind zufrieden.
Wozu sollen noch Leistungserhebungen durchgeführt werden? Da kann man doch Noten gleich ganz abschaffen, auch das favorisieren ja einige dieser Weltverbesserer, weil man ja Kinder nicht einfach benoten kann. Das schade ja der jungen Psyche, will mancher in Erfahrung gebracht haben. Eine Studie findet sich da mit Sicherheit, zur Not reicht sicher auch die Hauptseminararbeit im Kuschelpädagogikseminar.
Am besten wäre es doch gleich, wenn jedes in Niedersachsen geborene Kind neben der Geburtsurkunde ein Abiturzeugnis überreicht bekommt. Nach der Zwangseinweisung in die Kita – schließlich scheint nur dort eine einwandfreie Entwicklung des Kindes garantiert – sind Grundschule und Gesamtschule (in Bayern soll diese neue Schulform “Gemeinschaftsschule” heißen, wenn es nach der SPD geht) nur Verwahrstätten der Kinder, während die Eltern arbeiten. Das Abitur haben sie ja schon in der Tasche, die Eltern können also bei der Geburt schon Anspruch auf den natürlich kostenlosen Studienplatz anmelden.
Mal im Ernst und ohne Polemik: Was versprechen sich diese Leute von solchen Vorstößen, die ja laut rot-grünem Koalitionsvertrag in die Tat umgesetzt werden sollen? Wann soll ein Kind oder ein Jugendlicher merken, dass es vielleicht doch nicht ausreicht? Nach der neunten Klasse? Kurz vor der Abiturprüfung? Oder etwa an der Uni? Sollen die Dozenten an den Hochschulen dann in Zukunft entscheiden, wer an der Uni etwas zu suchen hat und wer nicht? Oder schafft man Abschlussprüfungen in Zukunft auch mit 5 oder 6? Es können den Kindern und Jugendlichen doch nicht bis zur Volljährigkeit alle nur erdenklichen Hindernisse aus dem Weg geräumt werden, damit der Kuschel-Wohlfühlfaktor im rot-grünen Wolkenkuckucksheim möglichst hoch bleibt. In Hamburg dürfen Jugendliche jetzt auch mit 16 Jahren wählen dürfen, fertig ist der Wähler, der die Mehrheit sichert. Wenn die Möglichkeit, eine Ehrenrunde drehen zu müssen, wegfiele, warum sollte sich ein Schüler bei schlechten Leistungen auf den Hosenboden setzen und sich anstrengen, wenn dieses Verhalten ohne Konsequenz bleibt. Ein Förderprogramm in den Sommerferien? Auch schlechte Schüler brauchen Zeit zur Erholung. Und wie oft habe ich es jetzt schon in meiner Zeit als Lehrer erlebt, dass gefährdete Schüler plötzlich eifriger gearbeitet haben, weil sie in ihrer gewohnten Umgebung bleiben wollen. Das Argument, Durchfaller würden ausgegrenzt und stigmatisiert, ist doch nur wieder eines dieser Kuschelpädagogenargumente, weil diese glauben, sie würden noch den faulsten Stinker zum Lernen motivieren können. Womit wollen sie motivieren? Wenn klar ist, dass die Faulheit keine Konsequenzen hat, gibt es keinen Grund, plötzlich fleißig zu sein. Wiederholt ein Schüler, so bietet sich in diesem Jahr die Chance, den nicht oder nur unzureichend erlernten Stoff nachzuholen und Wissenslücken zu schließen. Wann soll ein Nicht-Wiederholer das Wissen aufholen? Schließlich baut der Unterrichtsstoff jeder Jahrgangsstufe auf der vorherigen auf.
Natürlich musste Christian Ude als Spitzenkandidat der Bayern-SPD gleich dankbar auf den niedersächsischen Zug aufspringen und hat ebenfalls eine Abschaffung des Durchfallens in Aussicht gestellt. Zum Glück muss er dafür erst einmal gewählt werden. Warum sich Ude gleich dem äußeren linken ideologischen Flügel seiner Partei anschließen muss, sei mal dahingestellt. Die Mehrheit beglückt er damit nicht. Der von SPD und Grünen in Niedersachsen eingeschlagene Weg führt doch zwangsläufig dazu, dass die Versagensquoten bei den Abschlussprüfungen steigen, wenn man die derzeitigen Standards beibehielte. Deutschlandweite Standards beim Abi erreicht er damit sicher nicht. Man kann nicht jeden Schüler zu einem möglichst hohen Abschluss fördern. Manche verweigern sich jeder Hilfe, andere verbauen sich auf andere Weise ihre Chancen selbst, zu seinem Glück kann man niemanden zwingen, auch nicht in der heilen Kuschelwelt ohne Hindernisse. Die Pubertät und das individuelle Dasein können auch die rot-grünen Bildungsideologen nicht abschaffen. Da können sie noch so laut nach Gerechtigkeit in der Bildung schreien, irgendwann ist Leistung gefordert und Leistung notwendig. Sollen Arbeitgeber und Unis verzweifeln, weil zwar jede Menge bildungsgerecht geförderte Abiturienten anmarschiert kommen, diese aber nichts draufhaben und sich plötzlich fragen, wieso jemand so etwas Merkwürdiges wie Leistung von ihnen fordert? Wer kein Interesse an Bildung hat, wird auch auf dem Silbertablett servierte mundgerechte Häppchen nicht freudestrahlend annehmen, es kann und muss nicht jeder Abitur machen und studieren, es hat aber jeder generell die Möglichkeit dazu. Und das ist gerecht. Die Angebote sind da, niemand kann aber gezwungen werden, diese anzunehmen. Was wollen also die Bildungsideologen mit ihren abstrusen Ideen? Was wollen sie dadurch besser machen? Da stellt sich überhaupt die Frage, was der leidige Begriff “Bildungsgerechtigkeit” bedeuten soll: Ist es gerecht, wenn alle gleichermaßen zu einem Abitur geschoben werden sollen, das irgendwann nur noch wenig wert ist, weil es keine echte allgemeine Hochschulreife mehr bescheinigt und die Hochschulen aufstöhnen, weil die Studenten überfordert sind und nichts mehr können? Oder ist es gerechter, wenn jeder nach seinen Begabungen gefördert wird und dann den Schulabschluss macht, für den er sich wirklich qualifiziert hat?
Was mich noch mehr ärgert, sind die Darstellungen in den Medien, vor allem aber in den Zeitungen. Egal, ob Süddeutsche, Mainpost oder Frankenpost, wann immer es um bildungspolitische Themen geht, könnte man meinen, Lehrer würden nur durch die GEW und den BLLV vertreten, weil deren Pressemitteilungen nur zu gerne zitiert werden. Wenn da steht “Lehrer fordern Abschaffung des Durchfallens” (das stand so kürzlich auf der Titelseite der Frankenpost, als es um Niedersachsen ging), vermittelt das ja geradezu den Eindruck, als wäre das die Meinung eines Großteils der Lehrer, weil Herr Wenzel sich mal wieder geäußert hat. Oder eben die GEW. Es ist aber meistens ganz anders. Dass der Bayerische Philologenverband, wenn überhaupt, nur am Rand zitiert wird, ist ein Unding, da mehr als die Hälfte “der Lehrer” von diesem Berufsverband vertreten wird und ganz sicher gar nichts von diesem dämlichen Vorstoß hält, das Durchfallen abzuschaffen. Aber die Linie von BLLV und GEW gefällt wohl manchem Redakteur besser.
Im Übrigen habe ich bisher auch keinen Schüler getroffen, der diesen Vorschlag ernsthaft gutgeheißen hat oder gerecht findet.
Morgen jährt sich der furchtbare Luftangriff auf unsere Stadt zum 68. Mal. Anlässlich dieses denkwürdigen Tages findet wieder der Gedächtnislauf nach Gemünden statt, da Tausende auf diesem Weg entlang des Mains aus der völlig zerstörten Stadt flohen. Start ist um 11.00 Uhr im Innenhof des Rathaus, die Schirmherrschaft hat wieder OB Georg Rosenthal. Zuvor, um 10.00 Uhr, wird traditionell am Massengrab am Hauptfriedhof der vielen Opfer des Angriffs mit einem Totengebet und einer Kranzniederlegung gedacht.
Besonders beeindruckend wird wieder das Glockenläuten während der Angriffszeit sein. Zwischen 21.25 Uhr und 21.42 Uhr läuten alle Würzburger Glocken, vor dem Dom werden sicher wieder sehr viele Menschen zusammenkommen, um still der über 5000 Opfer des sinnlosen Angriffs kurz vor Kriegsende zu gedenken.
Leider bin ich morgen nicht in Würzburg, dennoch will ich auf eine Veranstaltung ganz besonders hinweisen. Stadtrat Erich Felgenhauer wird morgen um 18.00 Uhr im Alten Physikalischen Institut, Röntgenring 8, einen Vortrag über die größte Katastrophe unserer über 1300-jährigen Stadtgeschichte mit dem Titel
Würzburg brennt: Der “Terror-Luftangriff” am 16. März 1945 – Gedenken, Erinnerung, Hoffnung
halten.
Da Erich Felgenhauer den Angriff selbst an Kind miterlebt hat, ist die Schilderung der damaligen Ereignisse besonders beeindruckend, die Art und Weise, wie er erzählt, fesselnd. Wer sich einen kleinen Eindruck verschaffen möchte, Erich Felgenhauer war im Rahmen unseres Würzmischungs-Marathons Gast und hat auch da sehr private Geschichten aus dieser Zeit erzählt.
Um 20.00 Uhr findet im Dom ein kostenloses Orgelkonzert statt, im Anschluss daran das eindrucksvolle Glockenläuten.
Kramsi: Ich denke, die Band fühlt sich in der Opferrolle...
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Melli Da lass ich mal liebe Grüße da, Herr Kollege!
Guten Rutsch! ... DayLight Hier hab ich grad Boot bestellt für ne Kanutour:
http://www.willis-bootsve... Leila Ich giere nach dem letzten Dittsche! :D Bitte schreiben, danke. ... Alex Kann Ihnen leider nicht weiterhelfen. Ich freue mich aber, dass Ihnen meine... Ehrhardt, Kati Ich bin auf die Seite gestoßen, weil ich meinem Sohn Blockflöte spielen bei...